|
Der Dampfhammer von unserem Toaster aka Richards |
|
Mit diesem Text führe ich eine kleine Tradition aus meinem alten RPG, der NSU auch einmal hier in der OeSF ein: Ich möchte nach jeder beendeten Mission noch einmal kritisch rekapitulieren. Allerdings will ich das anders als die gewöhnlichen Star-Trek-Kritiken tun, die es ja mittlerweile so häufig gibt wie Blutlachen auf Quo'nos. In "Richis Dampfhammer" möchte ich noch einmal jede beendete Mission fein säuberlich wie ein Archäologe abklopfen und dabei mal alle Missstände mehr oder weniger überzogen vorführen.
Ach noch was: Dies ist alleine zur Unterhaltung gedacht. Es soll sich keiner persönlich angegriffen fühlen, wenn er mal besonders scharf kritisiert wird. Ich meine es selten so, wie ich es schreibe. Sollte ich im Eifer des Gefechtes doch mal zu weit gehen, redet mit mir.
Aber genug der Vorrede. Jetzt wird der Hammer geschwungen. Mission: "Bye, bye, Base" oder: "Strahlende Aussichten" Dies ist das erste mal, dass ich über eine Sternenbasis schreibe. Aber ich muss euch sagen, hier geht es genauso chaotisch und inkompetent zu, wie auf anderen Schiffen der Sternenflotte, über die ich bisher berichtet habe. Was ich bisher hier erlebt habe, lässt mich wirklich langsam an dem heutigen Zustand der einst stolzen Sternenflotte zweifeln.Aber beginnen wir von vorne. Wir reden hier über die Starbase 98, auch als "Resolution" bezeichnet, die ihre Position nahe des Briar Patch hat. Auf dieser Station scheinen die Mitglieder der Sternenflotte unter ihrer Kommandantin, Commodore Katherine Smitty wirklich alles im Griff zu haben. Aber es scheint nur, wie dieser Fall beweist: Es beginnt damit, dass diese Leute es doch tatsächlich fertig bringen, ein Frachtschiff auf den Kurs eines anderen Frachters zu bringen der den Schriftzug "Wichtige Fracht" förmlich auf der Hülle hat. Natürlich, hinterher heißt es wieder, dass alles ein Unfall war, aber damit will man nur die eigene Unfähigkeit vertuschen. Aber glücklicherweise kann die Wichtige Fracht und auch die meisten Besatzungsleute aus den Frachtschiffen gerettet werden. Manchmal haben auch die Dummen in der Sternenflotte mehr Glück als Verstand. Die Techniker versuchen also nun, die Wichtige Fracht, eine neue Sensorphalanx einzubauen und verhaspeln sich dabei natürlich so einige Male mit dem Bauplan, denn anders ist die lange Einbauzeit nicht zu erklären. Good old Scotty hätte über so was nur gelacht. Derweil tun sich die Sicherheitler auf dem Gebiet der Spurensicherung mehr oder weniger (eher weniger) glorreich hervor. Allerdings steht das Ergebnis bald fest: die Cassiopeia ist explodiert und hat die Riverside mit beschädigt. Große Leistung! *klatsch* Wirklich große Leistung. Jetzt wissen wir, was los ist, aber das Wie fehlt immer noch. So finden die nicht mal den Heuhaufen, in dem die Nadel drin ist. Inzwischen hat dann auch die Technikercrew, natürlich viel zu spät, die Sensorphalanx aufgestellt, aber gleich darauf fliegt sie den Möchtegernhelden um die Ohren. Natürlich heißt es sofort, da wäre eine neue Strahlung aus dem Briar-Patch dran schuld. Aber wenn diese Stümper das richtig zusammengeleimt hätten wäre das auch nicht passiert. Die Strahlung beginnt sich im folgenden zu einem Problem für die Basis zu entwickeln und irgendwann kommt die Kommandantin zu dem Entschluss, die Basis aufzugeben und zu sprengen. Was für eine Memme!" Und so was will bei der Sternenflotte im Admiralsrang sein? Da sollte man (und frau auch) doch mittlerweile gelernt haben, sich seinen Problemen zu stellen, bevor man den Schwanz einzieht. Aber gut, Smitty ist eine Frau, die hat nichts zum einziehen. Um die Leute schneller wegzubekommen, wird die in der Nähe befindliche 23.Flotte unter der Calgary und Admiral Nakamuro zu Basis zurück beordert. Also Leute! Keiner kann diesen Mann ausstehen und dann soll der auch noch bei der Evakuierung helfen? Macht ihr immer den Wolf zum Schäfer? Anscheinend doch. Nagut der Reiskocher des Admirals trabt also an und nimmt einige Flüchtlinge an Bord, die sich auf der Basis nicht so leicht einfangen lassen. Es kommt immer wieder zu Unstimmigkeiten mit der Sicherheit, welche es natürlich nicht hinbekommt, die Evakuierungsarbeiten diskret ablaufen zu lassen. Anfänger! Und dann zeigt sich natürlich wieder die Greenpeace-Mentalität der Sternenflotte: Aus Angst, dass die Basis bei einer Explosion den Subraum Schädigen könnte, soll sie im Patch gezündet würden. Aber natürlich können da auch einige giftige Gase oder ähnliches mit dem Nebel reagieren und dann eine noch größere Katastrophe machen. Also schickt man ein Shuttle los, welches das untersuchen soll. Da die besten Leute (gibt es das überhaupt auf dieser Basis?) bereits evakuiert sind, schickt man eine eilig zusammengewürfelte Crew los. Eine schmusebedürftige Trill, ihren schwanzgesteuerten Lover, eine kaffeeabhängige Technikerin, einen Alien-Pflanzen-Hybridin, eine importierte Wissenschaftlerin und einen fehlgeschalteten Toaster. Diese Heldenverschnitte begeben sich also mit dem Shuttle in den Patch und finden nichts. Keine Strahlung, rein gar nichts. Irgendwie war das doch so vorhersehbar. In den meisten Scifi-Filmen, Geschichten oder ähnlichem passiert es ähnlich: sobald man der mysteriösen Strahlenquelle näher kommt, verschwindet sie. Immer wieder derselbe sch***. Aber auch auf der Basis ist die Strahlung nicht mehr zu bemerken und um das genauer anzuschauen fliegen die Calgary, die Horizon und ein weiteres Schiff los, um mal nachzuschauen. Darin sind doch alle Sternenflottenleute gleich: In alles die Nase reinstecken, auch wenn es sie nichts angeht. Dabei sollten diese Neugierigen Leute doch längst wissen, dass man manche Sachen lieber nicht genauer untersuchen sollte. Zu oft geht so etwas schlimm aus. So auch hier: Die Horizon kann gerade noch so das Shuttle aufnehmen, welches von Jägern bedrängt war, da erhält sie auch schon Feuer: und zwar von der Calgary. Admiral Nakamuro gibt sich als Bösewicht zu erkennen. Aber schließlich und endlich gelingt es der Horizon und den Leuten von der Basis a la McGyver den Kampf doch noch für sich zu entscheiden. Damit dürfte die Sache ja wohl gelaufen sein und Nakamuro in sicherem Gewahrsam. Ja Denkste! Diese Typen lassen es doch tatsächlich zu, dass der Reisfresser entkommt! Also kein Happy End. Aber bei der Crew ist das auch nicht anders zu erwarten. Jetzt noch ein paar Szenen und Subplots, die ich gesondert behandeln möchte. Strahlenkater Die Mission ist erst einige Logs alt, da lässt sich der allseits beliebte Basisgaul und erste Offizier, Wätsch auf die Krankenstation einliefern. Kopfschmerzen angeblich. Und so ein Zufall aber auch, dass er bereits der Fünfte an dem Tag ist. Meine Achtung, die Jungs wissen, wie man schnell Ausreden findet um sich vor Arbeit zu drücken. Aber auch die Docs sind auf Zack und spinnen das auch noch weiter. Angeblich war die Strahlung aus dem Patch verantwortlich dafür. Und um das ganze noch besser zu machen, "komaten" sich auch einige schnell mal von der Bühne. Arbeitsverweigerung mal anders. Fragen Sie Ihren Arzt oder die Base. Admiral Nakamuro, der Sohn der Finsternis Und noch ein weiterer Beweis für die Unfähigkeit dieser Leute: Die Stirn des Admiral Nakamuro ist doch eigentlich breit genug, dass nicht nur "Verräter" sondern gleich "Ich bin ein Verräter" drauf passt. In Großschrift. Aber nein: Die Leute brauchen eine gesamte Mission um dahinter zu steigen, wer der "Mister X" ist. Leute: Der Reisfresser ist Dick, hat einen bösen Blick, ist unsympathisch und stinkt nach Reis. Welche Beweise braucht man noch? Und dann die Offenbahrung des Admirals: Nakamuro will Miss Smitty auf seine Seite ziehen. Aus welchem schlechten Film ist denn die Nummer? Fehlt nur noch der Spruch: "Katherine, ich bin dein Vater." Aber gut, ich denke, da sind sich beide einig, dass das nicht geht. Ich würde auch nicht gern Nakamuro zum Vater haben... oder Smitty als Tochter. Zum Schluss noch ein Fazit: Diese Mission hätte man viel schneller lösen können, wenn man wirklich kompetentes Fachpersonal gehabt hätte... aber wenn ich mir diese Basis so ansehe, habe ich mein Vertrauen in die Sternenflotte verloren. Note: 3 (4 nach zweiter Bewertung) (Die Noten repräsentieren, wie schwer ich es habe, alle Missstände herauszuklopfen und werden von 1 bis 5 vergeben. Damit ist 5 aber eher eine Anzeige für eine wasserdichte Vorstellung, da ich dann wirklich Probleme hatte, etwas zu finden) |